Kürzlich wollte ich Jemanden fragen was der Grundsatz seines Handelns sei.
Vorher habe ich mir aber zunächst einmal selbst diese Frage gestellt.
Nach langem Überlegen bin ich zu meinem Grundsatz der Freiheit gekommen.
Jeder hat die Freihet zu tun und zu lassen woran man gefallen findet, solange man diese Freiheit von niemand Anderem einschränkt und Niemandem einen Schaden zufügt, egal ob physisch, psychisch oder materiel.
Stimmt ihr mit diesem Überein?
Habt ihr andere Vorschläge und was ist der Grundsatz nach dem ihr handelt?
Vorher habe ich mir aber zunächst einmal selbst diese Frage gestellt.
Nach langem Überlegen bin ich zu meinem Grundsatz der Freiheit gekommen.
Jeder hat die Freihet zu tun und zu lassen woran man gefallen findet, solange man diese Freiheit von niemand Anderem einschränkt und Niemandem einen Schaden zufügt, egal ob physisch, psychisch oder materiel.
Stimmt ihr mit diesem Überein?
Habt ihr andere Vorschläge und was ist der Grundsatz nach dem ihr handelt?
Interessant, schon mal vom harm principle gehört? Das ist ein Grundsatz des politischen Liberalismus zu dem z.B. solche Denker wie John Stuart Mill gehören. Dort ist Freiheit der Grundsatz, die jedem insoweit gewährt wird, sofern seine Handlungen nur auf Eigenverantwortung beruhen und die Freiheit eines anderen nicht beeinträchtigen bzw. dieser andere keinen Schaden durch die Handlung erfährt.
AntwortenLöschenDas ist zunächst ganz schön, eine Stärke des klassischen Liberalismus, die zugleich eine Schwäche darstellt, liegt aber darin, dass er prinzipiell davon ausgeht, dass alle Individuuen gleiche Rechte und Möglichkeiten haben, ihr Handeln zu gestalten. In der Realität ist diese unbedingte Gleichheit aber eigentlich nie gegeben.
Ich oute mich mal als Kantianer und Anhänger Bruno Jonas'. Der kategorische Imperativ "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne" und der davon ausgehende ökologische Imperativ der Verantwortungsethik von Bruno Jonas "Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden" sind zweifellos hohe Ziele, aber ich versuche mich, soweit wie irgend möglich danach zu richten.
So viel von mir :)
Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe würde der kategorische Imperativ Kants die von mir oben beschriebenen Grundsätze um ein paar "Zusatzklauseln" erweitern.
AntwortenLöschen"Wenn du genötigt wirst Jemandem zu schaden kann dies nunmal nicht vermieden werden."
Und es deckt ab, dass nicht Jeder die gleichen Rechte und Möglichkeiten hat, worauf ich allerdings auch garnicht aufbaute, was allerdings so aus meinen Aussagen nicht hervorging.
Allerdings würde ich dennoch für mich persönlich sagen, der kathegorische Imperativ wäre mir 1 Schritt zu viel.
Darunter würden dann nämlich auch Dinge fallen wie "Ich müsste jetzt aufstehen bleibe aber lieber noch 5 Minuten länger im Bett und riskiere mich zu verspäten."
Im Ökologischen und kategorischen Imperativ sehe ich ein sehr großes Problem, nämlich das, dass man, sollte man tatsächlich so handeln wollen man in seinen Handlungen sehr stark eingeschränkt ist und eben Dinge wie "Ich gönne mir jetzt ein Schnitzel statt Salat" oder "Heute habe ich keine Lust auf's Fahrrad und nehme lieber das Auto" keine Optionen mehr sind.
So würde ich nach deinen Einwänden einen 2. Versuch Starten meine Grundsatz der Freiheit aufzustellen:
Jeder hat die Freihet zu tun und zu lassen woran man gefallen findet, sofern man die Möglichkeit dazu hat, aber nur solange man diese Freiheit von niemand Anderem einschränkt und Niemandem einen Schaden zufügt, egal ob physisch, psychisch oder materiel, es sei denn der Schaden, den man selbst davontragen würde wäre größer.
Greetz,
Grantuu.
Ich fürchte, da hast Du teils mich falsch und ich dich nicht verstanden. Außerdem habe ich wohl nicht genug Informationen angegeben. Erstens, wo hast Du den Grundsatz "Wenn Du genötigt wirst Jemandem zu schaden, kann dies nunmal nicht vermieden werden" her?
AntwortenLöschenZweitens: Eine Maxime wie "Ich müsste jetzt aufstehen bleibe aber lieber noch 5 Minuten länger im Bett und riskiere mich zu verspäten" könnte niemals allgemeines Gesetz werden, außer Du nimmst in Kauf das etwas wie Pünktlichkeit in der Welt nicht mehr existiert, ganz abgesehen davon, dass Kant Maximen, die durch eine persönliche Neigung (z.B. Bequemlichkeit) bestimmt sind, generell aus der Formulierung eines kategorischen Imperativs ausschließt. Denn, was aus persönlicher Neigung getan wird, ist zufällig und abhängig vom handelnden Individuum, der kategorische Imperativ aber soll ja gerade unbedingt und objektiv gültig sein.
Drittens: Weder der kategorische Imperativ noch der ökologische Imperativ verbieten Dir, ein Schnitzel zu essen, noch, mal das Auto statt des Fahrrads zu benutzen. Das Auto darf nur nicht aus Lust am Autofahren (Neigung)gewählt und auf lange Sicht ein solches sein, das nicht zu einem irreperablen Klimawandel führt (ökologisch). Während das Tier, des Schnitzels Grundlage, weder grausam sterben soll(Kant formuliert ein Tierquälereiverbot, wenn auch aus Gründen der drohenden Verrohung des Menschen und nicht wegen des Tieres selbst), noch darf es aus einer Haltung stammen, die nachhaltig negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Und Abschließend muss ich vielleicht eine gewisse Relativierung anstellen: Beide Imperative sind natürlich auf Handlungen ethischer Tragweite bezogen, d.h. ich würde nicht raten, den gesamten Lebensablauf auf sie abzustimmen.
P.S.: Der gute Mann heißt übrigens Hans und nicht Bruno Jonas (blöder Patzer von mir).
Nun der Grundsatz "Wenn Du genötigt wirst Jemandem zu schaden, kann dies nunmal nicht vermieden werden" beschreibt Situationen, in denen man Jemandem schaden muss diesem zu helfen oder um schlimmeres zu verhindern.
AntwortenLöschenBeispiel: Das Zerschneiden der Oberkörperbekleidung vor einer Herz-Lungen-Massage.
Denn, was aus persönlicher Neigung getan wird, ist zufällig und abhängig vom handelnden Individuum, der kategorische Imperativ aber soll ja gerade unbedingt und objektiv gültig sein.
Ich versuche ja nun mit meinen Grundsätzen etwas zu schaffen, mit dem ich die Grundlage all meinen Handelns beschreiben und erklären kann.
Die Grundsätze sollen immer gültig sein, egal ob nun bei reiner persönlicher Neigung oder im Unbedingten und Objektiven.
Aber wenn man nun nicht völlig überspitzend die Imperative also kathegorisch wie auch ökologisch immer anwendet sondern nur bei "Handlungen ethischer Tragweite" sind diese Imperative natürlich als überaus sinnvoll und ein Handeln nach diesen überaus erstrebenswert.
Greetz,
Grantuu.